Wasserrettung

 

Natürliche Gefahren in stehenden Gewässern

 

Wasserpflanzen

Gefahr                                 Panik, unkontrollierte Schwimmbewegungen, Ertrinken

 

Selbstrettung                        Ruhe bewahren

                                           Denselben Weg zurückschwimmen

                                           Rückenlage, leichte Fuß- und Armbewegungen

 

Fremdrettung                        Rettungsgegenstände

 

Schlammgewässer

Gefahr                                 kein Erkennen von Gegenständen (Verletzungen)

                                           Feststecken

 

Selbstrettung                        bei Feststecken nur mit Armen bewegen

 

Fremdrettung                        Rettungsgegenstände

 

Kaltwasserzonen

Gefahr                                Krämpfe

                                          Herz-Rhythmus-Störungen

                                          Atem-/Herzstillstand

 

Selbstrettung                       um Hilfe rufen

                                           Vorbeugend vor dem Baden abkühlen, Wasser testen

 

Fremdrettung                        schnellstmöglich mit Rettungsmitteln

 

Gewitter

Gefahr                                   Gischt, Blitze

 

Eigenrettung                         Sofort das Wasser verlassen

                                            Langsam atmen (Wasser-Luft-Gemisch!)

 

Fremdrettung                        Mundschutz tragen

                                            Rettungsboot

 

 

Natürliche Gefahren in fließenden Gewässern

 

Gebirgsflüsse

Gefahr                                 Kälte

                                           Stromschnellen, große Felsen und Steine

 

Selbstrettung                        in Rückenlage fußwärts paddeln

                                           Erkennbare Strömungen in Gewässern meiden

                                              

Fremdrettung                        Notruf                                                                                                                                                                  Rettungsmittel

 

Wirbel (= ohne Abfluss)

 

Gefahr                                  Ertrinken durch Sog

 

Selbstrettung                        auf den Boden ziehen lassen und heraustauchen

                                              

Fremdrettung                        Rettungsmittel

 

Strudel (= mit Abfluss)

Gefahr                                 Ertrinken durch dauerhaften Sog und Feststecken

 

Selbstrettung                        fast ausgeschlossen, kräftig wegschwimmen

                                              

Fremdrettung                        Notruf                                                                                                                                   Rettungsmittel

 

Wasserfälle und Wehre

 

Gefahr                                 Wasserwalze, Sogwirkung

 

Selbstrettung                        kräftig wegschwimmen

                                           Abtauchen und mit Bodenströmung treiben lassen

                                              

Fremdrettung                        Notruf

                                            Rettungsmittel

 

Kanäle

Gefahr                                   wenig Festhalte- und Ausstiegsmöglichkeiten

                                            Strömung

                                            Schiffe

 

Selbstrettung                        um Hilfe rufen und am Rand schwimmen, festhalten, winken

                                              

Fremdrettung                        Notruf, Schiffe aufmerksam machen

                                           Rettungsmittel

 

Wasserfahrzeuge

Gefahr                                   Überfahren der Badegäste, weil die Grenze zwischen Badebereich und                                              Schiffverkehrszone nicht ausreichend entfernt ist, weil das Sichtfelde der Besatzung durch einen toten Winkel eingeschränkt ist

                                               Motorschrauben und Sogwirkung

 

Selbstrettung                        rufen, winken

                                              

Fremdrettung                        Notruf

                                           Rettungsgegenstände

 

Allgemeine Gefahren

-         Unterkühlung

-         Erschöpfung

-         Bewusstlosigkeit

-         Gehirnerschütterung

-         Prellungen

-         Schnittverletzungen

 

Ø      Sprung in unbekannte Gewässer: Paketsprung

Ø      Selbstrettung vor Fremdrettung

Ø      Nie die Hand reichen

Ø      Erste Frage bei Bootsunfällen: Wie viele Bootsinsassen gab es?

 

 

Gefahren in Küstengewässern

 

Das Baden und Schwimmen im Meer ist gefährlicher als in den Binnengewässern. In kurzer Zeit ändert sich oft der Grund. Tiefen entstehen, Sandbänke bilden sich oder verschwinden. Wind und Strömung, gutes und schlechtes Wetter beeinflussen dauernd das Wasser. Das ruhigste Badegebiet kann durch umschlagenden Wind und ungünstig laufende Strömung innerhalb weniger Minuten zum tosenden Meer werden. Deshalb niemals an unbewachten Stellen rausschwimmen und an bewachten Stellen immer auf die Sicherheits-Beflaggung achten. Bei gehisster roter Flagge niemals ins offene Meer rausschwimmen.

 

Brandung

Eine Brandung entsteht, wenn eine aus offenem Wasser heranrollende Welle flaches Wasser erreicht und ihre Bewegung am Grund gebremst wird. Oft entstehen Ertrinkungsfälle in der Nähe des Ufers, sogar in nur brusttiefem Wasser. Wesentliche Ursache hierfür ist die Unterschätzung des Sogs im flachen Wasser. Dieser Brandungssog kann allerdings auch genutzt werden, um beim Hinausschwimmen die Brandungswellen zu untertauchen.

 

Die Klippbrandung schleudert den Schwimmer gegen die Felsen und bringt sie in Lebensgefahr!

 

Strömung

1)     Küstenströmung

Sie ist eine ufernahe, gleichmäßige Strömung, etwa parallel zur Küste außerhalb der Brandungszone.

 

2)     Brandungssog und Unterstrom

Wassermassen, die von der Brandung gegen den Strand geschleudert werden, fließen in großer Turbolenz wieder zurück. Der Brandungssog (Unterstrom) ist der Bewegungsrichtung der Brandung entgegengesetzt.

 

3)     Brandungsströmung

Treffen Wellen schräg auf die Küste, fließt das aufgestaute Wasser im Allgemeinen nicht als Unterstrom ab. Es fließt als Brandungsströmung parallel zur Küste in unmittelbarer Ufernähe.

 

4)     Rippströmung

Durch die Brandung wird das Wasser in unmittelbarer Strandnähe aufgestaut, wodurch ein Überdruck entsteht, der jedoch zunächst durch die Brandungszone am seewärtigen Rückfluss gehindert wird. Wenn aber an einem Ort dieses Gleichgewicht nicht mehr besteht, bricht das Wasser an dieser Stelle mit großer Kraft durch die Brandungszone. Sie ist besonders gefährlich!

 

5)     Ebbe und Flut

Die Gezeiten sind einen Naturerscheinung der Meere, die zB an der Küste der Nordsee zu beobachten ist.

Bei Ebbe sinkt der Wasserspiegel und legt weite Teile des Meeresbodens frei. Die Gefahr hierbei besteht durch Unrat, Muscheln (Schnittverletzungen), Watt (Versinken), Nebel (Rückweg), plötzliche Flut (Rückweg) und Prielen.

Bei Einsetzen der Flut wird das zuvor freigelegte Watt durch zurückströmende Wassermassen überströmt.

 

6)     Priele

Ebbe und Flut wechseln im 6-Stunden-Rhythmus.Hierdurch hat das Wasser tiefe und lange Gräben in den Boden gezogen, was man Priele nennt. In diesen Prielen sammelt sich das abfließende Wasser, strömt bei Ebbe mit hoher Geschwindigkeit zum offenen Meer hinaus und füllt sich als erstes bei Flut wieder. Das Baden und Wandern in diesen Bodentiefen ist sehr gefährlich!

 

7)     Wind

Gefahr entsteht zu meisst bei ablandigem Wind (der Wind strömt vom Land her auf das offene Meer). Schwimmer (vor allem mit Wassersportgeräten wie Luftmatratzen) werden zur offenen See hinaus getrieben und es droht Ermüdung.

 

8)     Buhnen

Am Meer kann es sich dabei um Pfähle aus Holz, Stein Beton oder um einen im Meer stehenden Steinwall handeln. Sie erfüllen den Zweck, Wasserwellen zu brechen und uferparallele Strömungen vom Strand fernzuhalten. Buhnen werden zur Landgewinnung eingesetzt.

Die hierbei entstehenden Gefahren ergeben sich aus der Natur ihrer Sache.

Aufgrund ihrer Bauart sind Zwischenräume zwischen den einzelnen Pfählen entstanden. Hier entstehen bei Wellengang extreme Strömungsverhältnisse, die den Schwimmer leicht an die Buhnenwand schleudert bzw heranzieht und er aus eigener Kraft nicht mehr hinfort kommt.

Zudem haben sich über den Zeitraum vieler Jahre Algen und Miesmuscheln über und vor allem unter Wasser an den Pfählen angelagert. Ein Betreten derselben ist daher sehr leichtsinnig und führt zu teilweise bedrohlichen Blutungen und Prellungen und Knochenbrüchen.

 

 

Gefahren an winterlichen Gewässern

 

Die Eisdicke ist an

 

-         fließenden Gewässern außen fester als in der Mitte (Abtragung durch die Fließgeschwindigkeit)

-         stehenden Gewässern außen dünner als innen ( am Rand ist die Bodenwärme stärker)

 

Nicht zugefrorene Gewässer

Gefahr                                 Treibeis in Ufernähe (bei Betreten Wegtreiben)

 

Selbstrettung                        auf der Scholle bleiben, um Hilfe rufen

 

Fremdrettung                        Rettungsmittel

                                            Trockene Kleidung, Decken bereit halten

 

Eisflächen zugefrorener Gewässer

Gefahr                                  unterschiedliche Eisdicke

                                           Schneedecke macht die Eisdicke unabschätzbar

                                           Einsturz (Herz-Kreislauf-System, Kälteschock, Ertrinken)

 

Selbstrettung                        wenn dünn genug: bis zum Ufer durchbrechen

                                           wenn dick genug: seitlich heraufschieben im Wasser Kleider ausziehen (Ballast)

 

Fremdrettung                        Notruf

                                            Nie hinlaufen, sondern das Eigengewicht verteilen (hinlegen, Leiter)

                                            Nie die Hand reichen, nur Gegenstände

  

 

Personen unter dem Eis

 

Gefahr                                 Erfrieren, Ertrinken

 

Selbstrettung                        Eisloch suchen und schnellstens das Wasser verlassen

 

Fremdrettung                        Notruf

                                            Rettungsmittel

                                            ggf hinterher springen (dennoch abwägen, um eigenes Leben nicht zu gefährden